MS „Hermann Wulff“ – Dritte RHW Schiffahrtsgesllschaft mbH & Co. KG

SHIP INVEST – MS „Hermann Wulff“ Totalverlust für Investoren – Schadensersatz prüfen –  Handlungsbedarf – Verjährungsgefahr!

In letzter Zeit sind vermehrt Anfragen von Investoren des  MS „Hermann Wulff“ an Rechtsanwalt SIBURG gestellt worden. Die Fondsgesellschaft befindet sich im Insolvenzverfahren. Das Schiff wurde am 26. November 2016 durch den Insolvenzverwalter für einen Bruchteil der Anschaffungskosten verkauft. Das angelegte Geld der Investoren ist vollständig verloren. Für Investoren des Schiffsfonds besteht Handlungsbedarf.  Schadensersatzansprüche verjähren zeitnah, endgültig und unwiderruflich.

Wirtschaftlicher Hintergrund

Die Gesellschaft, Dritte RHW Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG, hat das Schiff MS (Motorschiff) “Hermann Wulff” in 2007 erworben. Das eingeworbene Eigenkapital betrug 16 Mio. EURO. Das Containerschiff, mit einer Kapazität von 2.732 TEU, wurde zusätzlich über ein Hypothekendarlehen der Bremer Landesbank über 29,9 Mio. USD finanziert. Die Finanzierungsquote betrug 59,8 %. Die Weichkosten des Projektes waren ungewöhnlich hoch. Im Verhältnis zum Eigenkapital lagen die Weichkosten bei rund 30 %! Alleine für die Eigenkapitalvermittlung standen 16,25 % des Eigenkapitals zur Verfügung.

Das Containerschiff war zunächst mit einem Zeit-Chartervertrag an die Arab Shipping Company S.A.G. („UASC“) verchartert. Der Chartervertrag sah eine Tagescharter in Höhe von 25.000,- USD vor und hatte eine Laufzeit zwischen 40 und 42 Monate. Durch diese vermeintliche Einnahmesicherheit der Gesellschaft konnten die Ausschüttungen an die Investoren hochgerechnet werden.  Mit Auslaufen des Chartervertrages geriet die Kommanditgesellschaft jedoch unmittelbar in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Gesellschaft konnte wegen des Einbruchs des Chartermarktes keine gleichwertige Anschlusscharter finden. Das MS „Hermann Wulff“ musste in der Folgezeit zunächst für 13.000,00 USD/ Tag beschäftig werden; später konnten nur noch 6.000 – 7.000 USD/ Tag erzielt werden. Die erzielten Erträge reichten nicht mehr aus, um die Kosten der Gesellschaft zu decken.

Verkauf des MS “Hermann Wulff” im Insolvenzverfahren

Zur Sicherung der Liquidität und der Ausschüttungsfähigkeit wurde in 2013 ein Finanzierungskonzept vorgestellt, das die Gesellschafter verpflichtete erhebliche Gelder der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Nur so konnte das (kurzfristige) Überleben der Gesellschaft gesichert werden. Die anhaltende Schifffahrtskrise und die zu geringen Einnahmen zur Deckung der Finanzierungskosten und sonstige Aufwendungen machte ein Weiterbetrieb des Containerschiffes nur noch bei Einzahlung von Neukapital möglich. Die Investoren zahlen insgesamt 1,24 Mio. EURO, an bereits erhaltenen Ausschüttungen, wieder zurück. Diese Bemühungen reichten nicht, um die Gesellschaft zu retten. Im Jahr 2016 war die Gesellschaft gezwungen Insolvenz anmelden. Das Schiff wurde schließlich im laufenden Insolvenzverfahren durch den Insolvenzverwalter für rund 5 Mio. EURO verkauft. Die Bank hat einen Teil des Hypothekendarlehens zurückerhalten. Für die Invstoren bedeutet der Verkauf den endgültigen Totalverlust ihrer Einlagen.

Handlungsmöglichkeiten

Investoren sollten anwaltlichen Rat suchen. Schadensersatzansprüche sind realistisch und durchsetzbar. Die einzigen Nutznießer des Projekts waren die Gründungsgesellschafter, um Herrn John-Peter Wulff und der SHIP INVEST EMISSIONSHAUS AG. Alleine die SHIP INVEST EMISSIONSHAUS AG hat für die „Vermittlung des Kaufvertrages“ eine Provision von 1.750.000,00 USD und für die Eigenkapitaleinwerbung weitere 2.730.00,00 € erhalten.

Die Verkäufergesellschaft, HW Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG, gehörte ebenfalls zu John-Peter Wulff. Diese Gesellschaft hatte das Schiff deutlich unter den 50. Mio. EURO angekauft, die die Kommanditgesellschaft bezahlt hatte. Die Gesellschaft bewirtschaftete das Schiff über ein Jahr, bevor es an die Kommanditgesellschaft übergeben wurde und konnte so hohe Gewinne erzielen.

Die Darstellung der Marktumfelds, der Haftungsrisiken und der Zins- und Tilgungsleistungen sind im Emissionsprospekt unvollständig dargestellt. Es bestehen erhebliche Prospektmängel, die zu einer Rückabwicklungsmöglichkeit der Beteiligung führen.

Kunden sind durch Banken und Vertriebshäuser umfangreich über wesentliche Umstände und Risiken der Kapitalanlage aufzuklären (BGH – “anleger- und objektgerechte Beratung”).  Das Produkt muss zu den Anlagezielen des Kunden passen. Banken müssen insbesondere ihre Rückvergütungen ungefragt offenlegen. Dasselbe gilt für die Weichkosten und die Fremdkapitalquote. Die Übergabe des Emissionsprospekts im Laufe des Beratungsgesprächs reicht für eine Aufklärung nicht aus.

Die Chance jetzt das eingesetzte Kapital zurückzubekommen, sollten die Investoren nutzen. Es besteht Handlungsbedarf. Ihr Schadensersatz verjährt taggenau 10 Jahre ab dem Beitrittstag zur Gesellschaft. Die drohende Verjährung kann zunächst kostengünstig durch die Einreichung eines sogenannten Güteantrags bei einer staatlich anerkannten Gütestelle wirksam für mindestens sechs Monate gehemmt werden. Scheitert das Güteverfahren, ist Klage auf Rückabwicklung der Beteiligung einzureichen.

Geben Sie Ihr Recht in gute Hände – wenden Sie sich an die Kanzlei SIBURG für eine Ersteinschätzung Ihrer Ansprüche. Sollten Sie über eine Rechtschutzversicherung verfügen werden, übernimmt die Kanzlei die Deckungsanfrage.